Wissenschaftliche Voraussetzungen für den Aufbau einer Infrastruktur zur Langzeitarchivierung von Forschungsdaten: "Archival Cultural Heritage Online" (ArCHO)

Die Forschungskooperation zwischen dem am MPI für Wissenschaftsgeschichte in Berlin angesiedelte Forschungsprogramm „Geschichte der Max-Planck-Gesellschaft“ (GMPG) und der GWDG hat zum Ziel, die wissenschaftlichen Konzepte und Voraussetzungen für den Aufbau einer verlässlichen Infrastruktur zu schaffen, welche die Langzeitarchivierung von Forschungsdaten ermöglicht. Die Infrastruktur soll es der GWDG und anderen Rechenzentren der MPG künftig ermöglichen, einen generischen Service zur Archivierung von digitalen und nicht-digitalen Dokumenten aufzubauen, der den Instituten und der Generalverwaltung der MPG offen steht und künftig eine der Grundlagen für ein digitales Gedächtnis der MPG bilden kann. Die wissenschaftlichen Konzeptionen bedürfen übergreifender Expertise, welche Wissenschaftsgeschichte, Informatik, Digital Humanities sowie Bibliotheks- und Archivwissenschaften interdisziplinär verbindet, um aktuelle Forschungsdaten und historische Quellen, wie sie etwa in Essential Cultural Heritage Online (ECHO) vorliegen, dauerhaft für wissenschaftliche Zwecke verfügbar und wissenschaftlich auswertbar zu halten. Die Forschungsdaten des Projektes und ihre Archivierung bilden den prototypischen Anwendungsfall für die zu entwickelnde Infrastruktur.

Die an wissenschafts- und zeithistorischen Fragestellungen orientierte Kooperation ermöglicht es, Parameter für eine digitale Archivierungsinfrastruktur entwickeln und Wege aufzeigen, wie Forschungsdaten künftig rechtssicher weiter nutzbar blieben. Dazu werden Leitlinien (Best Practices) entwickelt, anhand derer Daten für eine künftige wissenschaftliche Aufarbeitung erfasst und aufbereitet werden können. Die damit zusammenhängenden Forschungsfragen implizieren bisher ungelöste Probleme des Aufbaus einer technischen Basisinfrastruktur und der Anforderungen an die Software, betreffen aber auch das Design von Datenmodellen sowie die Gestaltung konkreter Workflows zur Digitalisierung.

Die Bewertung der Qualität der Ergebnisse dieser Methoden ist im Rahmen der Kooperation durch eine interdisziplinäres Arbeitsgruppe aus Soft- und Hardwarespezialisten und Geisteswissenschaftlern sichergestellt.